Am 14. November beteiligten wir uns an einem Anlass zur Woche der Religionen, in der es darum geht, dass man einander ein wenig besser kennenlernt und vielleicht auch ein paar Hemmnisse abbauen kann. Die Klänge der Religionen prägten die diesjährigen Begegnungen. Seitens der muslimischen Gemeinde Liestal hörten wir eine Rezitation der Surah aus dem Koran, in welcher vom Besuch des Engels Gabriel bei Maria berichtet wird, einen Gebetsruf und etwas über das meditative Spiel mit der Ney-Flöte, das Gebet, Atem und Rhythmus verbindet. Wir Christen zeigten mit vier Beispielen ein wenig von der Vielfalt der Kirchenmusik: Die Gregorianik aus dem Mittelalter hebt durch das Singen die Bedeutung eines Bibeltext hervor; ein Lied aus der reformierten Tradition zeigte, wie menschliche Situationen im Licht des Glaubens gedeutet werden und Trost aus der Verheissung kommt; ein Taizé-Lied zeugte von der kreativen Kraft der ökumenischen Bewegung und ein zeitgenössisches Lied aus der Vineyard-Gemeinde liess spüren, wie selbstgeschriebene Liedtexte bei der Umsetzung des Glaubens ins Leben helfen. Eine Präsentation über die Vereinigung von Körper, Geist und Seele im meditativen Tanz in der alevitisch-bektaschitischen Tradition rundete die Veranstaltung ab. Ein Zuschauer meinte spontan: „Warum gehen wir nicht mehr aufeinander zu, statt dass wir Angst voreinander haben, wo wir doch so vieles gemeinsam haben und einander so bereichern können.“
Gregor Ettlin
